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Mittelalterliche Glasmalerei Glasmalkunst /Kopien nach Altmeistern

derglaeserne | 05 Juli, 2008 11:53

Kopien mittelalterlicher Glasmalerei - eine Herausforderung an ein Glasmaler-Atelier-Team, sich mit der identifizierten Originalität einer Glasmalerei auseinanderzusetzen, um sie als nachempfundene Kopie möglichst real umzusetzen und darzubieten. Atelier für Glasmalkunst Martin Halter Bern 

In einer geglückten Kopier-Arbeit visualisiert sich gelegentlich auch eine  annähernde Seelenverwandtschaft zum Original. Diese hypothetische Aussage mag vielleicht an den Haaren herbeigezogen zu sein. Aber, die Erfahrung lehrt, dass nicht nur jede genaue Erfassung /Übertragung jeglicher Linien und Patina-Struktur alleine eine „gute Kopie“ ausmacht.> info@glasmalkunst.ch /www.glasmalkunst.ch 

Monats-Glasbilder /Ausf. Martin Halter, Glasmaler/Kunstglaser CH-3013 Bern

 

Den als „Ährenmonat“ bezeichneten August, versinnbildet eine Frau, die mit der im Mittelalter gebräuchlichen Sichel die Frucht schneidet. In dieser Gestaltungsart wurden Monatsbilder vergleichsweise auch in Kalenderndargestellt (1483 /1495), begleitet von dem Spruch:

„Wol auff mit mir in die ären,

Die da schneyden wöllen leren.“

Das scheint vorwiegend Frauenarbeit gewesen zu sein. Ab undzu tritt aber auch ein Schnitter auf.

 

Das Original dieser Glasmalerei entstammt dem heutigen Südfenster der Turmempore im Münster von Freiburg bei Breisgau (De). Die Monatszytklus-Scheiben sind nach historisch überlieferten Angaben, von der Universität erworbene Glasmalereien (der einstigen Dominikanerkirche angehörend), welche 1813 von einem Professor ersteigert und von diesem als Schenkung an das Münster übergingen.

 

Jede Auseinandersetzung mit originaler Glasmalerei aus dem Mittelalter, motiviert einen gelernten Glasmaler dazu, sich mit dem vorliegenden Formenschatz intensiv zu befassen. Mitunter lässt er sich vereinnahmen und sieht sich herausgefordert, die Arbeit eines Altmeisters materialgerecht als Kopie herzustellen. Damit werden bewusst oder unbewusst Berührungspunkte sensibilisiert und bisweilen sind durchaus vergleichbare Identitäten betr. Stellenwert berufsästhetischer Wertschätzung nachzuempfinden. Solche nachhaltigen Erfahrungen bleiben nur wenigen Glasmalern vorbehalten, weil sie aus verständlichen Gründen, auch verschiedene Interessen und Charaktere vertreten.

Subjektiv gesehen, gibt es historisch-glasmalerische Motive von Altmeistern, welche ein besonders ausgeprägtes Sendebewusstsein beinhalten. Sodass sich ein Glasmaler sofort in den Bann einer Originalvorlage hineingezogen fühlen kann, noch bevor er mit der Arbeitsaufnahme beginnt. Während der eigentlichen Umsetzung, beschleicht ihn meistens die ultimative Verpflichtung, dem Original möglichst nahe zu kommen. Sofern ihm das gelingen sollte, soll /kann er sich trotz aller Bescheidenheit, seine damit verbundenen Glücksgefühle ruhig eingestehen. In einer geglückten Kopier-Arbeit visualisiert sich gelegentlich auch eine sich annähernde Seelenverwandtschaft zum Original. Diese hypothetische Aussage mag vielleicht etwas an den Haaren herbeigezogen zu sein. Aber, die Erfahrung lehrt, dass nicht nur jede genaue Erfassung /Übertragung jeglicher Linien- und Patina-Struktur alleine eine „gute Kopie“ ausmacht. > info@glasmalkunst.ch /www.glasmalkunst.ch

 

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