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Neue Ausstellung: Frauensache in der Jörg Heitsch Galerie

Jörg Heitsch Galerie | 05 Januar, 2010 17:39

In der Gruppenausstellung „Frauensache“ werden vier zeitgenössische Malereipositionen gegenüber gestellt. Die vier ausgestellten Künstlerinnen Andrea Bender, Annedore Dietze, Slava Seidel und Gabriele Koch sind leidenschaftliche und ausdrucksstarke Malerinnen. Jede beherrscht auf ihre unverkennbare Art souverän ihr Fach, jede hat für sich eine eigene Bildsprache gefunden.

Andrea Bender Düsseldorf, Annedore Dietze Berlin, Gabriele Koch München und Slava Seidel Frankfurt 

Vernissage: Freitag, 15. Januar 2010, 18-22 h
Sie und ihre Freunde sind herzlich eingeladen! 

Die großformatigen Gemälde von Andrea Bender, Meisterschülerin von Jörg Immendorff und Dieter Krieg, entwickeln mit ihren unförmigen und zur Karikatur übersteigerten fleischigen Kreaturen eine eigenartige Sogwirkung. Da tanzen Putten in winzigen Stöckelschuhen obszön mit luzid blickenden Affen, da ergehen sich ebenso füllige Wesen unter Palmwedeln im Bade oder in einem sumoartigen Leib erscheint eine unheimliche Brut.  

Auch Annedore Dietze zeigt den menschlichen Körper und ein wiederkehrendes Motiv, den Jagdhund, ohne glättende Schönheit. Bedrohlich zähnefletschend, grausam blicklos und gefährlich dynamisch scheinen die Tiere förmlich aus der Leinwand zu springen. Dietzes Körperlandschaften sind von fast lakonischer Grausamkeit.

Slava Seidel unterdessen konzentriert sich auf Architekturen. Ihre erträumten, nicht realen, Gebäude haben stets eine bühnenhafte Anmutung. Ihre etwas düsteren, ja kafkaesken, Räume beschwören eine feierliche und zugleich unheimliche Atmosphäre.

Ebenso bizarr und geheimnisvoll, jedoch auch skurril und poetisch sind die gemalten Collagen von Gabriele Koch aus München. Ihre Bilderwelten sind bevölkert von allegorischen Figuren und Situationen, die sie verblüffend zwingend auf die Leinwand bannt.

So schließt sich der Kreis, dass allen Künstlerinnen das Subversive gemeinsam ist. Jede blickt auf ihre Art abgründig auf die bürgerliche Existenz und bleibt dabei voller Ironie und Sarkasmus. Im besten Sinne postfeministisch haben sie die Frage nach der Rolle als Frau in der Malerei, in der Kunst für sich gelöst. Hintergründig, elegant und zupackend erzählen Bender, Dietze, Seidel und Koch aus ihren Welten. Gerade im direkten Vergleich erschließt die Eigenständigkeit der einzelnen Positionen.

Sasa Hanten

Ausstellungsdauer bis zum 27. Februar 2010 

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